Bestehende Geschäftskontakte für das E-Mail-Marketing nutzen


E-Mail-Marketing birgt eine Reihe von Stolperfallen, im Datenschutz nach dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) und im Urheberrecht nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Die Folgen einer Nichtbeachtung können wegen hoher Abmahnungskosten sowie durch eine kostenintensive anwaltliche Vertretung überaus schmerzhaft sein. Wer allerdings bereits bestehende Geschäftkontakte und vorhandene Kundenadressen nutzt, unterliegt nicht ganz so strengen gesetzlichen Vorschriften und erfährt unter bestimmten Voraussetzungen erleichterte Bedingungen.

E-Mail-Marketing mit Bestandskunden ohne vorherige Einwilligung

An bestehende Geschäftkontakte und bereits vorhandene Kundenadressen dürfen Sie auch ohne eine ausdrückliche vorherige Erlaubnis einen Newsletter verschicken, wenn Sie die engen Voraussetzungen des § 7 Abs. 3 UWG beachten:

1. Grundsätzlich dürfen nur Bestandskunden mit bereits vorhandenen Kundenadressen beworben werden. Das bedeutet, dass Sie die E-Mail-Adresse des Kunden bereits in Zusammenhang mit dem Verkauf Ihrer Dienstleistung oder einer Ware erhalten haben.
2. Es dürfen nur eigene Produkte beworben werden und zwar nur solche, die dem bereits verkauften Produkt ähnlich sind. Ebenfalls beworben werden dürfen solche Produkte, die das bereits verkaufte Produkt ergänzen.
3. Der Bestandskunde muss bereits bei der Angabe seiner E-Mail-Adresse auf sein Recht zum Widerruf hingewiesen werden. Das gilt gleichermaßen für jeden einzelnen Newsletter, den Sie dem Kunden zuschicken. Auch hier muss dem Kunden mit jeder Ausgabe ein Link oder eine Kontaktadresse angeboten werden, damit er jederzeit die Möglichkeit hat den Newsletter abzubestellen.
4. Sobald der Kunde von seinem Widerrufsrecht Gebrauch macht, sind Sie angehalten die Zusendung des Newsletters per E-Mail unverzüglich einzustellen. Gleichzeitig muss die E-Mail-Adresse des Kunden aus dem Verteiler genommen werden.

Wer den Newsletter nicht an Bestandskunden verschicken möchte oder wer aus anderen Gründen die in § 7 Abs. 3 UWG genannten Voraussetzungen nicht erfüllen kann, muss den Empfänger um Erlaubnis fragen. Diese gesetzliche Verpflichtung ergibt sich aus § 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (BGH Az.: VIII ZR 348/06) muss der Empfänger eines Newsletters durch aktives Handeln (Opt-In) einwilligen. Allerdings reicht im E-Mail-Marketing der einfache Opt-In nicht aus. Aus Gründen der Beweisbarkeit verlangt die Rechtsprechung eine Bestätigung seitens des Empfängers, dass er den Newsletter auch tatsächlich erhalten möchte, was durch ein Double-Opt-In sichergestellt wird.